Meine Favoriten

Outer Hebrides - Startseite

Die Tierwelt auf den westlichen Inseln

Jedes Inselglied in der Kette der Western Isles bietet verschiedene Möglichkeiten der Naturbeobachtung. Das Vorland der Insel Lewis eignet sich gut, um Basstölpel und Delphine zu sehen, von den großen Mooren im Süden der Insel sind die über Harris kreisenden Adler, und Richtung North Uist die Küstenseeschwalben und Seehunde erkennbar. Auf North und South Uist gibt es die auf der Welt einzigartigen, blumenreichen Wiesen, die bei den Watvögeln besonders beliebt sind und Wachtelkönigen einen Zufluchtsort bieten. Die Insel Barra ist besonders für Schlüsselblumen und Strände bekannt.

 

Taucher und Adler

Wer auf der A857 von Stornoway nach Callanish fährt (zu dieser einmaligen neolithischen und bronzezeitlichen Steinanlage gibt es hier ein Besucherzentrum) kommt an einem der besten Sumpfgelände Schottlands vorbei. Es empfiehlt sich, bei Achmore anzuhalten, um den Blick Richtung Süden, nach Harris, schweifen zu lassen, über Tümpel, Hügel und Seen. Richtung Norden wandert der Blick über das weite, ebene Sumpfgelände. Hier brüten Vögel wie Alpenstrandläufer, Grünschenkel und Goldregenpfeifer sowie in einigen Seen Stern- und Prachttaucher. In dieser Gegend jagen die Steinadler Entlang der Küste, von Tolsta nach Ness, gibt es die Möglichkeit einer langen Wanderung, und die Ansicht von Moor, Pflanzen, Landschaft und hier lebenden Vögeln beeindruckt.

Seehunde in Nahaufnahme

Selbst bis nach Stornoway, dem Hauptort auf den Western Isles, kommen die Tiere. Im Hafen werden die Fischerboote von den Möwen erwartet (es lohnt sich, genau hinzusehen, denn im Winter können durchaus Polarmöwen darunter sein). Die großen Kegelrobben machen es ähnlich, sie suchen in der Nähe der Mole nach Fischresten. Über eine kleine Fussgängerbrücke in Braehead Street gelangt man auf das Gelände von Lews Castle. Dies ist eine der bewaldedsten Gegenden der normalerweise baumlosen Inseln, und eignet sich gut, um Saatkrähen, Waldbaumläufer und Grauschnäpper sehen. Es gibt hier ein gutes Café und eine Ausstellung.

Delphine und Wale

Wenn man die Fähre von Stornoway nach Ullapool nimmt, sollte man unbedingt an Deck sein, wenn man den Schutz des Vorlandes der Eye-Halbinsel verlässt und die tieferen Gewässer des Minch erreicht. Hier sieht man die Seevögel, Wale und Delphine auf der Suche nach Nahrung. Schweinswale, Rundkopfdelphine und Weißschnauzendelphine kommen häufig in diese Gegend. Im Sommer bietet sich manchmal die Gelegenheit, vom Boot aus Minkwale zu sehen. Vom Land aus kann man diese Tiere auch von Tiumpan Head auf Lewis aus, am Ende der Halbinsel, erkennen.

Basstölpel und Enten

Die Nordspitze von Lewis ist besonders faszinierend. Direkt am Rand gelegen und dennoch dicht bevölkert ist das Acker- und Weideland von Ness. Die A857 endet in Port of Ness, wo die gefangenen jungen Basstölpel vom abgelegenen Sula Sgeir an Land gebracht werden. Der beste Platz auf Lewis um Federwild zu beobachten ist Loch Stiapavat, das man von Port of Ness aus über die B8015 erreicht. Im Sommer gibt es hier Reiherenten und im Winter Singschwäne zu sehen. Eine noch kleinere Straße führt zum Leuchttum bei Butt of Lewis, von wo aus man Basstölpel und Delphine beobachten kann.

Weite Strände

An der Westseite von Harris liegen weite Strände, die der sonst meist felsigen Insel, eine sanfte Begrenzung geben. Bei Northton gedeiht das typische Machair-Grasland auf Muschelsand, das von den hier wachsenden Pflanzen wie Storchschnabel und Orchideen durchsetzt und reich an brütenden Vögeln wie Kibitzen, Alpenstrandläufern und dunklen Wasserläufern ist. Von der A859 führt eine kleine Straße durch den Ort, von dort aus gelangt man über einen Pfad weiter nach Toe Head. Hier sind Wachtelkönige zu hören, die zwischen den Iris und im Gebüsch nisten. Im Frühsommer ist das Salzwiesengebiet bedeckt vom rosablühenden Salzbeifuss.

Der Harris-Sund

Es lohnt sich, hier eine Bootstour zu unternehmen, oder mit der Fähre von Leverburgh durch den Sund nach North Uist zu fahren. Der lagunenartige Sund, der Harris und North Uist trennt, ist einfach wunderschön. Man kann Gryllteiste auf den Bojen sitzen sehen, Küstenseeschwalben, die hier nach Nahrung tauchen, sowie Seehunde und Kegelrobben. Ein Stop auf Berneray, der einzigen bewohnten Insel im Sund, bietet die Gelegenheit, an der westlichen Seite der Insel das sich den Muschelstränden anschließende Machair-Grasland anzuschauen, in dem wilde Möhren und Akelei-Wiesenraute wachsen.

Orchideen und Wachtelkönige

Balranald ist in erster Linie ein Vogelschutzgebiet (zu erreichen ist es von der A865 bei Houghton ca. 5 km nördlich von Bayhead), doch gibt es hier auch seltene Pflanzen zu finden. Orchideen, Wiesen-Storchschnabel und Saat-Margerite gedeihen gut im Machair-Grasland zwischen dem See und den Dünen. Wachtelkönige und Grauammern brüten hier ebenso wie Kibitze und dunkle Wasserläufer. Die warmen klimatischen Bedingungen des Graslandes und der Dünen ermöglichen auch Schmetterlingen wie dem großen Ochsenauge, dem ockerbindigem Samtfalter und Hummeln, hier zu leben. Es gibt ein Besucherzentrum und im Sommer werden geführte Touren angeboten (die nicht für Rollstuhlfahrer geeignet sind).

St Kilda

Wenn man an einem klaren Tag von North Uist oder Harris Richtung Westen schaut, kann man am Horizont eine zerklüftete Inselgruppe erkennen. Dieser Eindruck mag unerschrockene Seefahrer dazu verführen, nach St Kilda zu fahren. Diese Inselgruppe ist von der UNESCO als Weltkulturerbe klassifiziert worden und ist das Zuhause der weltgrößten Basstölpel-Kolonie, vieler anderer Seevögel und besonders einer der größten Papageitaucher-Kolonien der britischen und irischen Inseln. Es ist allerdings nicht einfach hier die Tierwelt zu beobachten, denn man muß entweder ein Boot chartern, um hierher zu gelangen, oder sich einer der Gruppen des National Trust of Scotland anschließen, die auf St. Kilda an verschiedenen Projekten arbeiten.

Gänse, Moorschneehühner und Rotwild

Loch Druidibeg bei Stilligarry (an der A865) bietet die beste Gelegenheit, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt auf den Hebriden kennen zu lernen. Das Machair-Grasland im Westen gehört zu den weltbesten Arealen dieser Flora, die besonders durch das blumenreiche Grasland hervorsticht. Von Stilligarry aus führt ein Pfad am See vorbei zur B960 und zurück, entlang dessen man an den brütenden Graugänsen, Federwild und Watvögeln vorbeikommt und auch kleine bewaldete Inseln überblicken kann. In den kultivierten Feldern leben Wachtelkönige und Grauammern. Im Osten sind Moorschneehühner und seit kurzem eingeführte Rotwild auf dem moorigen Heide- und stoppeligen Grasland, das sich bis zur Spitze von Hecla ausdehnt, zuhause.

Strände, Vögel und Schlüsselblumen

Es ist schon etwas besonderes, bei Traigh Mhor am Herzmuschelstrand von Barra anzukommen, und noch Muschelstückchen an den Schuhen zu finden, wenn man den Flughafen der Insel erreicht. Natur und Zivilisation sind hier eng miteinander verbunden, und auf der kleinen Rundreise auf der A888 überrascht die Natur immer wieder. Die Schlüsselblumen, die im Frühsommer am Rasensaum und in den sonnigen Böschungen blühnen gehören zu den schönsten Anblicken in Schottland. Von Barra’s Mittelpunkt Castlebay, wo es Einkaufsmöglichkeiten gibt, kann man zu einer Tagestour zu den südlichsten Inseln der Äusseren Hebriden aufbrechen. Mingulay hat Hauptseevogel-Kolonien (einschließlich Papageitaucher) und blosse Klippen.

Golden Eagle, RSPB images