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Shetland Islands - Startseite

Die Tierwelt auf Shetland

Die Shetlandinseln sind die Seevogel-Zentrale Europas. Hier leben und landen eindeutig die meisten und unterschiedlichsten Seevögel im europäischen Raum. Zudem kann man hier die in Küstennähe lebenden Wale sowie die zahlreichen Otter beobachten. Auch die Kultur, von norwegischer Seite ebenso wie von schottischer Seite beeinflusst, wird eine Reise zu diesen Inseln unvergesslich machen.

 

Krähenscharben, Papageitaucher und Basstölpel

Die eindrucksvollen Klippen von Noss können auf zwei Wegen erreicht werden. Vom Hafen in Lerwick kann man eine Bootstour zur Tier- und Pflanzenwelt unternehmen und die wabenförmigen Felsformationen besichtigen, auf denen Kolonien von Eissturmvögeln, Basstölpeln und anderen Seevögeln leben. Oder man kann mit der Fähre von Lerwick nach Bressay übersetzen und von dort aus mit einem kleinen Boot (nur von Ende Mai bis August) nach Noss gelangen. Vor den im Sturzflug fliegenden grossen und Schmarotzerraubmöwen muss man sich in acht nehmen, wenn man durch das von Seggen (Sauergras) bewachsene Heideland auf die Kliffs wandert. Die Papageitaucher auf den Kliffs sind eigentlich ziemlich zahm. Die Ansicht, das Geschnatter und der Geruch der Basstölpel-Kolonie ist enorm.

Wale und Seevögel

Falls Sie mit dem Flugzeug anreisen sollten, ist Sumburgh der erste Stop auf den Shetlandinseln. Die am besten zu erreichende Seevogel-Kolonie der Inselgruppe liegt nur wenige Meilen südlich von hier, bei Sumburgh Head. Hier brüten Papageitaucher, Gryllteiste, Tordalken, Dreizehenmöwen, Krähenscharben und Eissturmvögel. Von der Landspitze aus kann man die Orcawale, Delphine, grauen Seehunde und im Sommer die Buckelwale besonders gut erkennen.

Der Federwild - See

Direkt südwestlich von Scousburgh gelegen befindet sich Loch Spiggie, das sich aus einer kleinen Bucht geformt hat. Hier ist einer der besten Plätze auf den Shetlandinseln, um Federwild zu beobachten. Hunderte von Singschwänen und verschiedene Entenarten verbringen hier den Winter. Entlang der Strasse um den See kann man die Tiere besonders gut beobachten. Im Sommer sind brütende Bekassinen, Triele und Austernfischer zu hören und Seevögel wie Küstenseeschwalben, Dreizehenmöwen und grosse Raubmöwen zu sehen, (die im shetlandischen Dialekt “Bonxies” genannt werden), die hier Süsswasserbäder nehmen. 

Sturmschwalben

Der nächtliche Besuch der Insel Mousa, gegenüber von Sandwick liegt, ist wohl eines der aussergewöhnlichsten Naturbeobachtungserlebnisse, das man in Grossbritannien haben kann. Um Mitternacht am Rundturm aus der Eisenzeit zu sitzen (“broch” ist ein schottischer Ausdruck für diese Art Wehrtürme, die hauptsächlich in Nordwest-Schottland, aber auch in anderen schottischen Regionen, wie z.B. den Shetlandinseln, vorkommen) und die hier brütenden Sturmschwalben vom Meer heranfliegen zu sehen. Ihre fledermausähnlichen Silhouetten wirken im pfirsichfarbenen Zwielicht (“Simmer Dim”) des Shetland-Sommers besonders eindrucksvoll. Die Rufe dieser schwalbengrossen Seevögel mischen sich mit dem Gezänk der Küstenseeschwalben und Möwen jenseits des Sees.

Odinshünchen

Vor einige Jahrzehnten brüteten in Fetlar noch Schneeulen. Heute ist die Insel besser bekannt dafür, dass sie den besten Ort Scottlands ist, Odinshünchen zu sehen. Von einem Unterstand bei Mires of Funzie kann man diese kleinen adretten Watvögel beobachten. Von der mit Grass bewachsenen Heidelandschaft nördlich der Strasse ist eine beeindruckende Menge von brütenden Watvögeln zu sehen und hören, darunter Regenbrachvögel und Goldregenpfeifer, dazu Schmarotzer- und Bonxies (grosse Raubmöwen). Bei einem zweitägigen Aufenthalt kann man auf der Halbinsel Lamb Holga die nächtlichen Besuche der Sturmschwalben und Schwarzschnabelsturmtaucher (Schwärme von diesen sammeln sich an Sommerabenden auf dem Wasser bei Wick of Tresta) sowie Papageitaucher und anderen Seevögeln auf den Kliffs erleben. Hintergrundinformation über Menschen und Natur auf Fetlar bietet das Zentrum für Interpretation bei Beach of Houbie. 

Basstölpel und Goldregenpfeifer

Die Insel Unst gilt als wirklicher Endpunkt Schottlands: weiter kommt man nicht, hier ist der nördlichste Zipfel Schottlands erreicht. Die Ortschaft Hermaness, an der nordwestlichen Ecke, liegt erhöht über dem letzten bisschen Land bei Muckle Flugga und Out Stack. Eine markierte Rundwanderung beginnt und endet am Parkplatz des Leuchtturms in Muckle Flugga und führt an den Kliffs entlang. Regenbrachvögel und im Sturzflug fliegende Bonxies (grosse Raubmöwen) leben hier auf dem Moor in einer der grössten Vogelkolonien der Welt. Die auf den Kliffs lebenden Papageitaucher sind relativ zahm. Basstölpel, Gryllteiste und andere Seevögel brüten zu Tausenden auf den schwindelerregend hohen Kliffvorsprüngen. 

Fair Isle

Die Vogelbeobachtungsstationen auf der Fair Isle zählen zu den bekanntesten in Grossbritannien; weltbekannt ist die Insel für ihre Pullover. Wenn möglich, sollte man hier einige Tage bleiben. Zu erreichen ist die Fair Isle mit dem Postboot vom Süden der Hauptinsel aus oder mit dem Flugzeug von Tingwall. Ein Steinwall trennt die nördliche Heidelandschaft vom fruchtbaren Ackerland im Süden der Insel. Der Hill Dyke ist im Frühling und Herbst ein Anziehungspunkt für seltene Zugvögel, daher durchaus einen Besuch wert. Orchideen und Strandhyazinthen wachsen hier und es empfiehlt sich der Besuch der grossen Seevogelkolonien entlang der Klippen. Zehntausende von Papageitauchern, Eissturmvögeln und Gryllteisten leben hier. 

Schwermertallhaltige Pflanzen

Einer der aussergewöhnlichsten Orte in Schottland, an dem ganz spezielle Pflanzen wachsen, ist Keen of Hamar. Zu errreichen ist dieser Fels aus Serpentingestein von einer kleinen Strasse, die von der A968 östlich von Baltasound auf Unst abgeht. Der Keen of Hamar enthält Unmengen von Schwermetallen, die viele Pflanzenarten vernichten können. Stengelloses Leimkraut, Sandkraut und Habichtskraut sind die wenigen Arten, die mit der chemischen Herausforderung und dem sehr trockenen Gelände, das der Mondoberfläche ähnelt, zurecht kommen. Habichtskraut, diese weissblütige Vogelmiere wächst nirgendwo anders in der Welt als auf Unst und wurde 1837 vom damals elfjährigen Thomas Edmonston, der später als Botaniker arbeitete, entdeckt. 

Otter und Tauchvögel

Der Ruf des Sterntauchers – hier auch “Regengans” genannt, gehört zu den besonders nachdrücklichen Vogelstimmen des Shetland-Sommers. Besonders auf Yell, der grössten Insel der nördlichen Inselgruppe, trifft man ihn an. Die wachsende Taucherpopulation brütet hier in den moorigen Tümpeln und ernährt sich von dem, was die See hergibt. In Lumbister kann man Taucher und die Moorwatvögel wie Regenbrachvögel sowie grosse (Bonxies) und Schmarotzerraubmöwen sehen. An Küste von Yell leben besonders Otter, die man hier unbedingt beobachten sollte. 

Die Insel Foula

Sehr weit im Westen und sehr abgelegen trennen Welten die Insel Foula, die nur per Fähre oder Flugzeug von Tingwall aus erreichbar ist vom Rest der Inselgruppe. Die Klippen sind riesig, ebenso eindrucksvoll wie die von St Kilda, und umfassen fast die ganze Küstenlinie der Insel. Auf den Klippen brüten Seevögel wie Gryllteiste, Tordalken, Papageitaucher, und Krähenscharben, die Sturmschwalben und Wellenläufer leben auf den Geröllhängen und Tausende von Möwen auf den Mooren im Inland. Im Sommer bieten die Gemeindeaufseher geführte Wanderungen an. 

 

 

Kittiwakes, RSPB images