Meine Favoriten

Edinburgh - Startseite

Edinburghs Michelin Restaurant Revolution

Legen Sie die Sausage Roll (Würstchen im Blätterteig) weg und denken Sie gar nicht erst daran, nach dem frittierten Mars Riegel zu greifen! Schottland hat über Jahre hinweg einige sehr gewöhnungsbedürftige gastronomische Travestien vorgestellt, aber heutzutage ist die Hauptstadt regelrecht mit Michelin Stern Restaurants gepflastert. Erstklassige Speiselokale, die das Beste aus der Fülle schottischer Produkte hervorbringen, die so lange vernachlässigt wurden.   Den Anfang auf der Princes Street macht Number One, ein Hotel Michelin Restaurant, für das es sich lohnt, in Edinburghs imposanten Balmoral Hotel abzusteigen. Tauchen Sie ein in eine Welt verschiedenster Genüsse und genießen Sie feinste Rinderfilets, Zunge und Kalbsbries, garniert mit Spargel auf einem Bett aus Dinkel Risotto und einer Trüffelsoße. Für eine richtige Gaumenfreude ist ein 9 Kurs Probiermenü immer das Richtige, natürlich mit einem passenden Glas Wein dazu, um das Ganze geschmacklich abzurunden.

Die Michelin Meile in Edinburgh
Das Number One ist immer noch einer der Anlaufpunkte, allerdings ist die richtige gastronomische Großaktion mehr nach Norden in Richtung Leith gewandert. Den Auftakt dieser „Michelin Mile“ macht das 21212, das 2010, gerade einmal 8 Monate nach seiner Eröffnung, seinen Michelin Stern bekommen hat. Es ist unter der Leitung von Paul Kitching, der dieses Lokal mit festerer Hand durch Edinburghs lukullisch experimentelle Gewässer steuert. Seine Küche erinnert eher an Heston Blumenthal als an „Hühnchen Balmoral“. So findet man einzigartige Gerichte, wie zum Beispiel Hähnchen mit Käse-Pommes Frites, Speck, Blauschimmelkäse, Pflaumen und Haferflockeplätzchen. Das klingt nach einer wilden Mischung, allerdings ergänzen sich diese intensiven Geschmacksrichtungen ganz hervorragend. Nur eine Etage höher gibt es großartige Zimmer, falls Sie ein wenig über die Stränge geschlagen haben.


Weiter nach Leith hinein trifft man auf den nicht wegzudenkenden Martin Wishart, der seinen Michelin Stern sehr wohl verdient hat, obwohl viele Feinschmecker der Stadt meinen, dass dieser Meisterkoch noch einen weiteren verdient hätte. Wishart ist sehr frankophil und verbindet klassische Techniken mit den feinsten schottischen Zutaten, wie zum Beispiel Langusten aus dem Kilbrannan Sound und Rind von den Orkneys, um tadellose Gerichte zu zaubern. Das 6 Gänge Probiermenü ist wahrscheinlich der beliebteste Klassiker der Stadt und absolut großartig mit Gerichten wie Ceviche aus Gigha Heilbutt mit Mango und Passionsfrucht, gefolgt von Lendenbraten und Hasen-Ragout, verfeinert mit karamellisierten Zwiebeln, dazu graue Pfifferlinge auf Brioche und gedünstetem Kohl.


Michelin Star Fernsehkoch in einem Edinburgh Restaurant
Direkt in der Nachbarschaft eröffnete Tom Kitchin sein gleichnamiges Restaurant im Jahr 2006. Seitdem ist er relativ bekannte im Fernsehen geworden. Sein Motto lautet: „Natur auf den Teller“. Durch seine Leidenschaft, die frischsten und lokalen Produkte für seine Gerichte zu verwenden, war er immer ein Wegbereiter, auch wenn die Ergebnisse oft etwas ungewöhnlich erscheinen. Zu diesen ungewöhnlichen Gerichten gehören zum Beispiel der knusprige Schweineohr-Salat oder die cremige Seeigel-Suppe. Während der Saison gibt es prachtvolle schottische Gaumenfreuden – ein ganzes gerösteten Moorhuhn. Ein Abendessen ist nicht unbedingt günstig, aber ein Mittagessen verspricht mit das besten Preis-/Leistungsverhältnis unter allen Michelin Mahlzeiten in Edinburgh.


Kitchin ist auch verantwortlich für einen Neuzugang in Edinburghs Michelin Szene. Diesmal ist es sein Castle Terrace mit ausgezeichnetem 3 Gänge Mittagessen und 6 Gänge Abendessen. Auch hier, im Schatten des Edinburgh Castle, bahnt sich seine Philosophie „Natur auf den Teller“ einen Weg ins Licht. Pikante Gerichte, wie gerösteter Schwanz des wilden Nordsee-Seeteufels, in Ayrshire Schinken gewickelt und serviert auf gesalzener Kabeljau-Brandade mir knusprigen Kartoffeln.


Edinburgs nächstes Michelin Stern Restaurant?
Die größten Fragen heute sind, welches Restaurant in Edinburgh als erstes genau wie Andrew Fairlie in Perthshire einen zweiten Michelin Stern erhält und zum zweiten, wer der nächste neue Stern am Michelin Himmel sein wird? Die Antwort auf die erste Frage kann nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die meisten wetten auf The Pompadour, ein durchgehend edles frankophiles Schmuckstück, das 2012 im Caledonian Hotel wiedereröffnet wurde, wobei das Hotels selbst unter Waldorf Astoria von Grund auf restauriert wurde. Es ist nun unter der Leitung der berühmten Gebrüder Galvin und wird hoffentlich bald den sechsten Michelin Stern nach Edinburgh bringen. Das sagt schon einiges darüber aus, in wie weit sich die Hauptstadt seit den Zeiten von Sausage Rolls und frittierten Mars Riegeln entwickelt hat.
 

© copyright number one